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swiss pocket knives

100 mm

In der Grösse 100 mm stellte Victorinox zwei unterschiedliche Serien an Taschenmessern her. Diese Serien trugen die Nummern 200–204 sowie 462–476. Der bekannteste Vertreter der 200–204er-Serie war das Soldatenmesser Modell 1890 und Modell 1908, die Nr. 200. Die zweite Serie trug die Nummern 462–476 und umfasste Taschenmesser für den Gartenbau mit speziellen Klingen zur Pflanzenpflege. Die ersten Modelle, damals unter den Nummern 288 und 289 produziert, hatten noch eine Ursprungsgrösse von 104 mm, welche etwas später dann auf 100 mm reduziert wurde.

Um 1900 produzierte Victorinox zudem noch ein weiteres Modell von 100 mm, das sogenannte „Explorateur“ bzw. Modell Nr. 290. Dieses war einem Offiziersmesser sehr ähnlich. 

Serie Nr. 200–204

Die Serie der Nummern 200–204 wurde insbesondere bekannt durch die Soldatenmesser, angefangen mit dem Modell 1890 und endend mit dem Modell 08 im Jahr 1950. Das Soldatenmesser in der Grösse 100 mm, gefertigt aus Kohlenstoffstahl, prägte die Schweizer Armee über 50 Jahre lang. Dabei gerät fast ein wenig in Vergessenheit, dass es eine komplette Serie in dieser Grösse und Form gab: mit insgesamt etwa zehn verschiedenen Modellen. Diese basierten alle auf der Grundkonstruktion des Soldatenmessers Modell 08. Sie waren alle sehr massiv gefertigt und wurden als Monteurmesser bezeichnet. Neben einer grossen Schneideklinge gab es Modelle mit Werkzeugen wie Dreikantahle, breitem und schmalem Schraubendreher sowie Klingen zum Abisolieren von Kabeln.

Diese Serie kam in Konflikt mit dem Nummerierungssystem von Victorinox. Die Nummer 205 war bereits an ein Offiziersmesser vergeben, weshalb nur fünf ganze Zahlen zur Nummerierung übrig blieben. Victorinox entwickelte jedoch mehr als fünf Modelle, weshalb es letztendlich Nummern gab wie 202 ½ oder 200 R.

Anders als der andere grosse Hersteller von Schweizer Soldatenmessern, Wenger Delémont, verstand es Victorinox sehr gut, aus einer festen Grösse und einem Grundmodell eine ganze Serie an Taschenmessern zu fertigen. Die Vorgaben für das Modell 08 kamen von der Schweizer Armee, basierend auf dem Grundtyp Modell 1890, dessen Prototypen einst in Solingen in Deutschland gefertigt wurden. Da für die Soldatenmesser sowieso Schalen, Backen, Platinen, Klingen und diverse Werkzeuge hergestellt wurden, war es ein geringer Mehraufwand, die verschiedenen Werkzeuge unterschiedlich zu kombinieren und für andere Taschenmessermodelle, je nach Bedarf und Zweck, zu nutzen. So wurde beispielsweise dem massiven Schraubendreher eine Kerbe eingefräst, damit man Kabel damit abisolieren konnte. Dies bedeutete lediglich einen zusätzlichen Arbeitsgang im Vergleich zum Standardschraubendreher.

Als 1951 ein neues Modell des Soldatenmessers herauskam, wurde diese Serie nach und nach und Modell um Modell zurückgefahren. Die meisten Modelle wurden bald nicht weiter produziert, und die Restposten waren noch so lange erhältlich, wie der Vorrat reichte. Die Taschenmesser dieser Serie waren insgesamt doch sehr schwer. Gerade die Versionen aus Kohlenstoffstahl benötigten einiges an Pflege und Sorgfalt. Lange Zeit wurden diese Monteurmesser von den Firmen SBB und BKW für ihre Arbeiter bestellt und eine entsprechende Gravur wurde auf der Schale angebracht. 

 
 
 
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