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swiss pocket knives

Nr. 284 - Nr. 295

Victorinox entwickelte die Serie der Taschenmesser der Nummern 284–295 speziell für Gartenarbeiten.

Die Ursprünge der Serie reichen bis ca. 1915 zurück und ihre Herstellung begann mit nur zwei Modellen. Später kamen weitere Modelle hinzu. Victorinox stellte die Produktion der gesamten Serie Anfang der 1950er-Jahre ein.

Diese Serie beinhaltet einige spezielle Werkzeuge, die so in anderen Taschenmesserserien (mit Ausnahme der 470er-Serie) nicht zu finden sind. Diese Werkzeuge wurden für spezielle Gartenarbeiten benötigt, insbesondere zur Veredelung von Pflanzen und Bäumen. Dabei wird zwischen der Okulation und der Kopulation unterschieden, zwei gebräuchlichen Methoden zur Pflanzenveredelung.

Okulation

Die Okulation findet zwischen Mai und September in der Wachstumsphase statt. Dabei wird aus einem Trieb einer meist edlen Pflanzen- oder Baumsorte ein Auge herausgeschnitten. Dafür benötigte man ein Okuliermesser, respektive die Hauptklinge dafür, welche bei den meisten der Taschenmesser dieser hier beschriebenen Serie montiert war. Ein solches Messer wird auch benötigt, um auf der Pflanze oder dem Baum, den es zu veredeln gilt, einen sogenannten T-Schnitt durchzuführen. Anschliessend wird mit dem Werkzeug „Rindenlöser“ die Rinde gelöst und das vorher herausgeschnittene Auge eingesetzt und danach alles verschlossen.

Kopulation

Diese Veredelungsmethode findet hauptsächlich im Spätherbst und Winter statt, in der Ruhephase einer Pflanze. Dabei wird ein edler Trieb mit einem Schrägschnitt präpariert. Auf der Unterlage der zu veredelnden Pflanze wird ein Ast oder Pflanzenteil mit gleichem Durchmesser wie der präparierte Trieb ausgesucht, und mit einem gleichen Schrägschnitt vorbereitet. Anschliessend wird der Trieb auf die Unterlage gelegt und mit einem entsprechenden Material umwickelt, um die beiden Pflanzenteile zu verschliessen. Im Gegensatz zum Okulationsverfahren wird dabei kein Rindenlöser benötigt.

Die Pflanzenveredelung ist nach wie vor eine sehr wichtige Methode der Vermehrung. Das Problem einer natürlichen, generativen Vermehrung ist oft, dass die neuen Pflanzen nicht exakt die gleichen Eigenschaften haben, wie die Elternpflanzen. Durch die Veredelungstechniken kann man die Pflanzen klonen, wodurch neue Pflanzen mit den exakt gleichen Eigenschaften wie die Elternpflanzen entstehen. So ist es möglich, besondere oder gefährdete Pflanzenarten zu erhalten.

Veredelungstechniken werden bei Obstsorten und Rosen, aber auch im Gemüseanbau verwendet. Dabei ist es beispielsweise möglich, Pflanzen mit einem starken Wurzelsystem mit einer anderen Pflanze zu veredeln, welche kein so ausgeprägtes Wurzelsystem hat. Dadurch erhält der oberirdische Pflanzenteil mehr Nährstoffe und eine bessere Versorgung, was schlussendlich zu einem grösseren Ertrag führt. 

 
 
 
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