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swiss pocket knives

Nr. 2220 Soldatenmesser

Alox-Pioneer-Modelle Nr. 2220 für die Armee

Drei Nationen bestellten für ihre Armee Soldatenmesser vom Typ 2220 als offizielle Rüstungsgegenstände. Neben der Schweiz waren dies Holland und Südafrika. Alle drei Armeemesser unterscheiden sich in den Details. Holland und Südafrika bestellten direkt bei Victorinox und berücksichtigten Wenger als Lieferanten nicht, während die Schweizer Armee den Auftrag aufteilte. Die Schweizer Armee bestellte zwischen 1961 und 2008, die holländische Armee für die Jahre 1983 und 1985 bis 1992, und bei Südafrika ist es unklar. Dort fehlt auch die für die Schweiz und Holland typische Jahreszahl der Produktion, dafür war eine Nato-Nummer auf der Schale auf einem Gasvierfeld eingraviert.

DAK (Dutch Army Knife)

Anders als bei den Soldatenmessern der Schweizer Armee gab es bei Modell für die holländische Armee im Laufe der Zeit einige Veränderungen, obwohl dieses Soldatenmesser nur während neun Jahren von Victorinox für die holländische Armee produziert wurde. Diese Armee hat eine lange Tradition mit Soldatenmessern.

Die erste Version, geliefert 1984, hatte einen Bügel sowie Platinen und eine Zwischenlage aus Messing. Der Bügel blieb bis 1986 bestehen. Ab 1987 wurde auf einen Schlüsselring umgestellt. In diesem Jahr wechselte zudem die Prägung des Herstellers Victorinox von einem kleinen v zu einem grossen V, weshalb es von 1987 zwei Varianten gibt. Ab einem bestimmten Zeitpunkt wurden dann die Zwischenlage und die Mittelplatine aus Neusilber gefertigt. Während der gesamten Produktionsdauer waren Kopf- und Fussniete aus Neusilber und die Mittelniete aus Aluminium. Die Jahreszahl der Produktion war nicht wie bei den Soldatenmessern der Schweizer Armee auf der Rückseite der Schneideklinge auf der Fehlschärfe eingeprägt, sondern auf der Vorderseite der Schale auf einem entsprechenden Gravierfeld.

Die Zusammenarbeit mit der holländischen Armee war erfolgreich, weshalb sie ab 1993 bei Victorinox ein neues Modell in der Grösse 111 mm bestellte und als Soldatenmesser einführte. Bei der Schweizer Armee erfolgte die Umstellung von 93 mm auf 111 mm erst 2008.

South African Army Knife

Über das Soldatenmesser für die südafrikanische Armee ist nicht sehr viel bekannt. Es handelte sich um ein Modell 2220 in Silber mit Schlüsselring. Eine Jahreszahl war nicht geprägt oder graviert, dafür eine Nato-Nummer, die 7340-18-400-2426. Diese sogenannte National Stock Number (NSN) ist eine Nummer, mit der Länder ihre militärischen Produkte kennzeichnen. Die Schweiz hat dies nie gemacht, war aber auch nie Nato-Mitglied. Die ersten beiden Ziffern 7 und 3 stehen für die Produktgruppe „Gerät für die Zubereitung und Ausgabe von Nahrungsmitteln“, die Zahl 40 steht für die Unterkategorie der Produktgruppe, die 18 für das Land Südafrika und die restlichen sieben Ziffern sind eine Zählnummer ohne weitere Bedeutung.

Grosse Unterschiede und Varianten scheint es bei diesem Soldatenmesser nicht gegeben zu haben.

Schweizer Soldatenmesser

Victorinox belieferte die Schweizer Armee von 1962 bis 2008 mit dem sogenannten Soldatenmesser Modell 61, dem Modell Nr. 2220 der Alox-Pioneer-Serie. Victorinox entwickelte dieses Modell Ende der 1950er-Jahre. Die beiden Firmen Wenger und Victorinox hatten bereits die Schweizer Armee zwischen 1951 und 1960 mit dem Soldatenmesser Modell 51 beliefert und zuvor die Soldatenmesser Modell 08 und 1891 hergestellt. Nun erhielten sie wieder gemeinsam den Auftrag, jährlich die neuen Rekruten mit dem Soldatenmesser zu versorgen. Der Grund für den neuen Typ Soldatenmesser dürfte die grössere Robustheit und Wartungsvereinfachung gegenüber dem Modell Typ 51 gewesen sein. Die alten Soldatenmesser waren zwar aus rostträgem Stahl gefertigt, hatten jedoch Schalen aus Fiber, welche rasch bei den Nieten ausbrachen. 1950–1951 hatte man entschieden, aufgrund grosser Restbestände bei Modell 51 weiterhin auf das Material Fiber zu setzen. Möglicherweise war dies ein Grund dafür, bereits nach zehn Jahren Produktionszeit erneut ein neues Soldatenmesser einzuführen: eventuell waren die Restbestände an Fiber aufgebraucht.

Im ersten Bestelljahr 1961 lieferte nur die Firma Wenger, jedoch nicht Victorinox. Der Grund dafür ist unklar. Dies war bereits bei Modell 51 der Fall. Hier ist dies insbesondere bemerkenswert, da Victorinox im Vergleich zu Wenger seit mehreren Jahren bereits Erfahrung mit der Herstellung solcher Aluminiumtaschenmesser in exakt der gleichen Grösse hatte. Dies wiederholte sich in den Jahren 1972 und 1974, in denen nur Wenger die Schweizer Armee mit Soldatenmessern belieferte. Die Soldatenmesser wurden – wie ab 1921 üblich – auf der grossen Schneideklinge vorne mit dem Hersteller (Victorinox oder Wenger) geprägt und hinten mit den letzten zwei Ziffern der Jahreszahl der Produktion (z. B. „88“ für das Jahr „1988“). Hinzu kam auf der Schalenvorderseite auf einem Gravierfeld die Waffenkontrollprägung „WK“. Ab 1988 wurde darauf verzichtet.

Bezüglich der Grundkonstruktion und den Werkzeugen blieb das Soldatenmesser Modell 61 während dieser ganzen Zeit unverändert. Die Soldatenmesser machten geringfügige Veränderungen durch, z. B. der Wechsel von roten Schalen auf silberne Schalen, oder die Umstellung von Hohlnieten auf Vollnieten. Da diese Wechsel meist innerhalb eines Kalenderjahres stattfanden – in den sogenannten Übergangsjahren – sind in diesen Jahren meist mindestens zwei Versionen eines Soldatenmessers zu finden: mit und ohne diese Erneuerung, jedoch mit derselben Jahreszahl geprägt.

Soldatenmesser sind schon seit längerer Zeit ein beliebtes Sammlergebiet. Obwohl die Soldatenmesser stets ein Massenprodukt waren und teilweise der Entwicklung hinterher hinkten (z. B. wurde lange Zeit auf die Verwendung von rostträgem Stahl verzichtet), ist die Faszination für sie gross. Der Grund dafür dürfte die Tatsache sein, dass jeder männliche Schweizer Bürger, der je die obligatorische Rekrutenschule absolvieren durfte, mit den Soldatenmessern in Kontakt kam. Ein weiterer Grund dürfte die Jahrgangsprägung sein. Viele Sammler versuchen nun, alle Jahrgänge zu erhalten – von allen möglichen Herstellern und in allen Varianten. Ein variantenreiches Jahr war beispielsweise 1971. Da lief das Patent für den Büchsenöffner ab, weshalb dieser nicht mehr mit der Bezeichnung „+PAT“ versehen werden durfte. Ab 1971 gab es ausserdem Varianten mit der WK-Prägung normal 0° wie bis dahin, 90° rechts oder 90° links Drehung. Zudem war 1971 ein Jahr, in dem Victorinox parallel zu den Soldatenmessern mit silbernen Griffschalen auch noch Soldatenmesser mit roten Schalen produzierte. Dies ergibt eine theoretische Variantenspanne von Soldatenmessern des Jahres 1971 von 12 Stück. Deshalb sind diese kleinen Unterschiede für die Sammler sehr wichtig. Zudem gab es Jahre, in denen es weniger Rekruten gab, oder die Bestellung in Folge von noch vorhandenen Restbeständen geringer ausfiel. Dadurch sind gewisse Jahrgänge seltener als andere.

Im Folgenden sind die wesentlichen Veränderungen und die dazu gehörende Jahreszahl aufgelistet.

-       1962–1971; 1973; 1975–1978: Rot eloxierte Aluminiumschalen

-       1962–1969: „Elsener Schwyz Victoria“-Prägung auf der Vorderseite der grossen Schneideklinge

-       1965–1971; 1973; 1975–2008: Silberne Aluminiumschalen

-       1970–1971; 1973; 1975–1986: „Victorinox Switzerland Stainless Rostfrei“-Prägung auf der Vorderseite der grossen Schneideklinge (mit kleinem „v“ bei Victorinox)

-       1971: Ablauf des Patents für den Büchsenöffner am 7. Mai 1971, deshalb anschliessend der Büchsenöffner ohne die + PAT-Prägung

-       1971–1977: WK-Stempel in unterschiedlichen Ausführungen: 0°; 90° Rechtsdrehung; 90° Linksdrehung

-       1977–2008: Schweizer Wappen auf der Vorderschale

-       1977–1986: WK-Prägung auf der Vorderschale im Gravierfeld am Taschenmesserfuss

-       1987 + 1988: Leeres Gravierfeld am Taschenmesserfuss

-       1987–2008: „Victorinox Switzerland Stainless Rostfrei“-Prägung auf der Vorderseite der grossen Schneideklinge (mit grossem „V“ bei Victorinox)

-       1988–2008: keine WK-Gravur auf dem Taschenmesser

-       1993–2008: Neue Schrift für die Jahreszahl

-       1993: Geringere Materialstärke beim Schraubendreher; Vollniete ersetzt Hohlniete

 

Materialstärke beim Schraubendreher oben bis 1993 und unten ab 1993

Victorinox hat das Soldatenmesser Nr. 61 immer auch zivil vertrieben und verkauft. Die Soldatenmesser wurden innerhalb der Firma mit dem WK-Stempel versehen. Ein Soldatenmesser mit einem WK-Stempel zu besitzen, bedeutet nicht zwangsläufig, dass dieses Taschenmesser je in der Schweizer Armee war.

Obwohl ab 1965 die Soldatenmesser offiziell mit silbernen Aluminiumschalen bestellt und produziert wurden, stellte Victorinox parallel dazu immer noch weitere Versionen mit roten Aluminiumschalen und der WK-Prägung her. Diese waren nicht für die Schweizer Armee gedacht, sondern für den zivilen Verkauf. Erst 1978 wurde die Produktion dieser Soldatenmesser eingestellt. In dieser Dokumentation sind diese Taschenmesser ebenfalls als „Soldatenmesser“ aufgeführt, obwohl es sich eigentlich nicht um eine Bestellung der Schweizer Armee gehandelt hatte. Wenn ein Rekrut jedoch ein solches Taschenmesser bei sich hatte, wurde dies nicht beanstandet. Viele Rekruten kauften sich während der Rekrutenschule privat ein zweites Soldatenmesser für die Inspektion, da dort sehr darauf geachtet wurde, dass dieses absolut sauber und leichtgängig war. So hatten viele ein Soldatenmesser für den alltäglichen Gebrauch in der Armee, und ein weiteres zum Vorzeigen. Dies ist sicher auch ein Grund dafür, weshalb noch viele sehr gut erhaltene alte Soldatenmesser auf dem Markt sind. 

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