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Nr. 151 Soldatenmesser

Im Juli 1950 schlug die Kriegstechnische Abteilung mit konkreten Prototypen vor, ein neues Soldatenmesser in die Armee einzuführen, das später sogenannte Modell 51. Daran gearbeitet hatte man schon länger. Wichtigster Unterschied zum Modell 08 war, dass die Werkzeuge allesamt aus rostträgem Stahl gefertigt waren. Dieser wurde bei Taschenmessern seit Mitte der 1920er-Jahre verbaut. Bereits 1926 hatte man darüber nachgedacht, einmal Soldatenmesser aus rostträgem Stahl fertigen zu lassen. Damals schien aber der Mehrpreis einerseits zu hoch, andererseits war man skeptisch, ob dieser rostträge Stahl qualitativ halten konnte, was er versprach. Inzwischen hatte man die Erfahrung gemacht, dass Soldatenmesser aus rostträgem Stahl, welche von den Herstellern für den Einzelhandel gefertigt waren, gut funktionierten und keinerlei Qualitätseinbussen mit sich brachten.

Von welchem Hersteller diese konkreten Prototypen kamen, ist nicht bekannt. Möglicherweise waren sie von Wenger Delémont hergestellt worden, da im ersten Produktionsjahr 1951 nur Wenger das neue Soldatenmesser lieferte.

Das vorgeschlagene Soldatenmesser war ca. ein Drittel leichter als das Modell 08 und 7 mm kleiner. Dieser Vorschlag wurde speziell für die Armee entwickelt. Es gab keine vorhandenen Modelle, wie später bei Modell 61, welche so oder sehr ähnlich bereits auf dem Markt waren. Der Schraubendreher hatte im Vergleich zum Modell 08 eine Kerbe, um damit Kabel abzuisolieren. Dies hatten die Genietruppen so gewünscht. Wichtige Kriterien bei der Beurteilung, ob dieses neu vorgestellte Soldatenmesser armeetauglich war oder nicht, waren einerseits die Abnutzung im Gebrauch und andererseits der Unterhalt des Soldatenmessers. Dieses neue Soldatenmesser wurde vor Einführung auf Herz und Nieren geprüft. Beispielsweise wurden mit einem Büchsenöffner 650 Büchsen geöffnet und anschliessend keine grosse Beanspruchung festgestellt. Bei der Testung der Prototypen stellte sich aber heraus, dass bei dem Vorschlag der Schraubendreher zu breit war und es dadurch beim Zerlegen der neuen Karabiner zu Problemen kam. Des Weiteren war der Vorschlag, die Niete für die Befestigung des Schraubendrehers zu vergrössern, da dieser oft im Dienst auch als Hebelwerkzeug verwendet wurde und es bei Modell 08 dazu führen konnte, dass sich die Griffplatten anhoben. Auch gab es den Vorschlag, eine Sicherung beim Schraubendreher einzubauen, so dass dieser nicht ungewollt zuklappte.

Die Rückmeldungen aus den einzelnen Truppen der Armee waren sehr unterschiedlich. Die Abteilung für Sanität beispielsweise wollte für die Krankenschwestern und den Frauenhilfsdienst FHD ein etwas anderes Soldatenmesser, welches an Stelle des Schraubendrehers eine Schere hatte. Ausserdem bevorzugte man die Variante mit Hohlniete gegenüber dem Bügel, sodass das Soldatenmesser an einer Schnur oder Kette befestigt werden konnte. Auch wurde darüber nachgedacht, an Stelle der roten Fiberschalen Schalen aus Kunststoff zu verwenden. Seit ca. 1937 wurde Celluloid/Cellidor erfolgreich bei den sogenannten Offiziersmessern an Stelle von Fiberschalen eingesetzt. Dabei war allerdings das Problem, dass noch viele grosse Restbestände an Fiber vorhanden waren, welche man offensichtlich noch weiter verwenden wollte. Der Oberfeldarzt meinte zur Testung des neuen Typs, dass dieser aus seiner Sicht sehr geeignet sei. Insbesondere die Werkzeuge aus rostträgem Stahl wurden gelobt. Es wurde angeführt, dass die Soldaten im Alltag die Soldatenmesser Modell 08 kaum gebrauchten – aus Angst vor einer Inspektion, denn dort musste es immer tiptop aussehen. Deshalb benutzte man es lieber gar nicht erst, oder schaffte sich ein zweites Exemplar an. Mit der Reduktion der Grösse war der Oberfeldarzt weniger einverstanden, da die normalen Wehrmänner die Grösse des Modells 08 bevorzugten. Für den FHD war die Grösse von 93 mm aber sehr gut geeignet, so die Rückmeldung.

Es ist bekannt, dass für den Frauenhilfsdienst spezielle Prototypen entwickelt und getestet wurden. Dabei handelte es sich u. a. um dreilagige Taschenmesser mit einer Zusatzlage der Schere. Man rechnete mit einer Bestellmenge von ca. 10.000 Stück sowie einem Mehrpreis pro Stück von 1,90 CHF. Obwohl die Prüfung gut verlief, kam es schlussendlich nicht zu einer definitiven Bestellung. Die Gründe dafür sind unklar. Wahrscheinlich war der Aufwand für die Wartung sowie die Mehrkosten zu gross, um eine solche Spezialbestellung zu rechtfertigen. Schlussendlich war man im März/April 1951 bereit, das neue Modell 51 definitiv in Auftrag zu geben. Geliefert wurde im Jahr 1951 nur von Wenger Délemont. Victorinox stieg 1952 ein. 

 
 
 
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