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swiss pocket knives

Bauernmesser

Unter dem Überbegriff „Bauernmesser“ hat Victorinox eine ganze Serie an soliden Taschenmessern hergestellt, wobei der Begriff „Bauernmesser“ erst ab den 1950er-Jahren offiziell verwendet wurde. Im Katalog von 1922 werden diese Taschenmesser schlicht „Taschenmesser Ia Qualität“ genannt.

Charakteristisch für die Bauernmesser-Serie war die geschwungene Ausführung der Schalen sowie die Metallbacken am Taschenmesserkopf. Bei den Werkzeugen handelte es sich um solche, welche vorwiegend von der Landbevölkerung verwendet wurden. Es gab Werkzeuge wie eine Sackahle zum Nähen/Reparieren von Kartoffel- oder Gemüsesäcke, eine Hakenklinge, eine Säge, einen grossen Schraubendreher, eine Bohrahle etc.

Diese Serie existierte von Beginn des 20. Jahrhunderts bis in die 1970er-Jahre. Waren es im Katalog von 1909 noch sechs Modelle, gab es in den 1920er-Jahren insgesamt 36 unterschiedliche Modelle, welche in bis zu drei Grössen angeboten wurden. Dazu gab es noch verschiedene Varianten. Die Standardausführung war die sogenannte „courante Ausführung“. Darunter verstand man ein Taschenmesser mit Eisenbacken, blau poliert. Daneben gab es eine sogenannte „1/2 feine Ausführung“. Dabei bestanden die Backen aus Neusilber, blau poliert. Darüber hinaus gab es noch die „feine Ausführung“, welche auf Anfrage so gefertigt und bestellt werden konnte. Darunter wurden schwarz geglänzte Neusilberbacken, Messingplatinen und Werkzeuge verstanden. Alle Messergriffe waren ursprünglich aus schwarzem Fiber gefertigt.

Als dann Mitte der 1920er-Jahre der rostträge Stahl bei Victorinox verarbeitet wurde, kamen weitere Varianten hinzu. Bauernmesser aus Kohlenstoffstahl gab es mit Schalen aus Fiber oder Horn II. Qualität, Bauernmesser aus rostträgem Stahl mit Hornschalen I. Qualität. In einem internen Katalog wird noch vermerkt, dass Bauernmesser aus rostträgem Stahl und Schalen aus Horn II. Qualität nur bei der Konkurrenz zu verkaufen waren.

Die ersten Bauernmesser gab es wohl nur in einer Grösse von 112 mm. Später kamen dann weitere Grössen hinzu. Im Katalog von 1922 sind drei Grössen aufgelistet: 112 mm, 100 mm und 90 mm. Ab dem Katalog von 1931 waren es dann die Grössen 106 mm, 100 mm, 95 mm und 90 mm. Diese Grössen blieben bis zum Ende der Produktionszeit dieselben.

Die Nummerierung der Bauernmesser war speziell und unterschied sich von der Nummerierung anderer Taschenmesser von Victorinox. Eine Beispielnummerierung ist die Nr. 3/25. Die erste Ziffer bezeichnete die Grösse (d. h. Grösse 3 = 95 mm), die zweiten Ziffern das Modell (d. h. Modell Nr. 25). Bei der Ziffern für die Grösse bedeutete die 1 eine Grösse von 106 mm (zu Beginn 112 mm), eine 2 die Grösse 100 mm, die 3 eine Grösse von 95 mm (zu Beginn 90 mm) und die 4 eine Grösse von 90 mm. Die Modellnummern liefen von der 1 bis zur 36. Dabei kommt der Ziffer in der Modellbezeichnung keine Bedeutung zu, wie beispielsweise bei den Offiziersmessern, sondern es war einfach eine fortlaufende Nummerierung.

In dieser Dokumentation werden die Bauernmesser der Einfachheit halber in allen Grössen zusammengefasst, und nicht wie bei den anderen Taschenmessern in die einzelnen Grössen aufgeteilt. 

 
 
 
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